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Lesetipp: A People’s Future of the United States

Lesetipp: A Peoples Future of the United States

A People’s Future of the United States ist eine Sammlung von Kurzgeschichten zusammengestellt von Victor LaValle und John Joseph Adams. Die beiden mehrfach ausgezeichneten amerikanischen Autoren haben eine großartige und sehr vielseitige Auswahl von Geschichten (und Autoren) zusammengestellt.  Jede Geschichte beschäftigt sich dabei auf die eine oder andere Art mit der Zukunft der Vereinigten Staaten von Amerika, vor allem mit Hinsicht auf #Diversity.

Es sind insgesamt 20 Geschichten, jede einzelne einzigartig und lesenswert. Es dürfte wohl niemanden überraschen, dass man hier vielmehr einen Spiegel der Gegenwart findet als eine tatsächliche Prophezeihung.
Diese Anthologie ist ein Gewinn für jeden, der sich mit #Diversity beschäftigt.

Mit von der Partie sind Violet Allen, Charlie Jane Anders, Lesley Nneka Arimah, Ashok K. Banker, Tobias S. Buckell, Tanarive Due, Omar El Akkad, Jamie Ford, Maria Dahvana Headley, Hugh Howey, Lizz Huerta, Justina Ireland, N. K. Jemisin, Alice Sola Kim, Seanan McGuire, Sam J. Miller, Daniel José Older, Malka Older, Gabby Rivera, A. Merc Rustad, Kai Cheng Thom, Catherynne M. Valente, Daniel H. Wilson, G. Willow Wilson, and Charles Yu.

Bibliographische Angaben

TitelA People’s Future of the United States
EditorVictor LaValle, John Joseph Adams
OriginalspracheEnglisch
Erstveröffentlichung2019
Publikationsdatum dieser Ausgabe2019
VerlagOne World, Random House
BindungTaschenbuch
Seitenzahl406
ISBN978-0-525-50880-9
GenresSammlung; Kurzgeschichten

Besprechung

Ursprünglich sollte dieser Lesetipp schon letzte Woche fertig sein, aber dann kam mir das Leben in die Quere. Ich wollte aber keinesfalls einen Lesetipp schreiben bevor ich alle Geschichten gelesen hatte. Und das hat dann doch länger gedauert als geplant. Gelohnt hat es sich meiner Meinung nach aber allemal, da ich nun eine vollständige Einschätzung abgeben kann.

In Anlehnung an Howard Zinn’s „A People’s History of the United States“, erstmals veröffentlicht in 1980 und seitdem mehrfach überarbeitet, benannt, beleuchten die Kurzgeschichten die hier versammelt sind die Zukunftsperspektiven verschiendener gesellschaftlicher Minderheiten und Randgruppen in den USA, sowie das Werk Zinns ein Versuch war deren Geschichte zu erzählen.

Es sind insgesamt 25 Geschichten von 25 Autoren, völliger verschiedener Hintergründe und Hintergründe. So unterschiedlich wie die Autoren und ihre Werdegänge sind, so unterschiedlich sind auch die Zukunftsvisionen, die sie hier vorstellen. Inhaltlich möchte ich nichts vorwegnehmen, da die Geschichten natürlich relativ kurz sind.

Meine persönlichen Favoriten:

  • „The Bookstore at the End of America“ by Charlie Jane Anders
  • „Esperanto“ by Jamie Ford
  • „Calendar Girls“ by Justina Ireland
  • „Harmony“ by Seanan McGuire

Insgesamt sind alle Geschichten lesenswert. Für mich persönlich waren nur zwei Beiträge völlig unzugänglich. Das Mittelfeld ist breit aufgestellt. Es sind verschiedene Perspektiven und Minderheiten (natürlich nicht alle, aber das wäre im Rahmen einer solchen Anthologie auch zu viel verlangt) und Genres vertreten. Das Leseerlebnis ist also abwechslungsreich und anregend.

Jede einzelne dieser Geschichten bietet Diskussionspotential und sollte zum Denken anregen.
Es ist nicht unbedingt das kurzweiligste oder unterhaltsamste Buch, dafür aber ein Wichtiges in unserer heutigen Zeit, in der Toleranz zwar längst der Standard sein sollte, allzu häufug aber nicht praktiziert wird.

Übergreifend wird die Zukunft der Vereinigten Staaten von Amerika hier insgesamt nicht besonders rosig dargestellt. Von einer Spaltung der USA, über technologische Totalüberwachung bis hin zur Apokalypse ist im Grunde alles dabei. Natürlich sind nicht alle Geschichten dystopisch oder pessimistisch angelegt, aber die hoffnungsvollen, optimistischen Visionen sind deutlich in der Unterzahl.

Ohne politisch werden zu wollen, denke ich doch, dass sich auch dadurch die gegenwärtige Situation von Minderheitsgruppen in den USA widerspiegelt.

 

 

Fragen zur Diskussion

  • Wie steht es um #Diversity in Deutschland?
  • Wie sähe „A People’s Future of Germany“ aus?
  • Welche Autoren sollten beim deutschen Pendant auf jeden Fall beteiligt sein?

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