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Lesetipp: Die Jangada (Jules Verne)

Lesetipp; Lesenwert; Jules Verne

Ein klassischer Abenteuerroman, der es nebenbei auch noch schafft Gesellschafts- und Landschaftsportrait zu sein.
Der Handlungsverlauf und das Ende sind zwar leicht voraussehbar, dennoch überzeugt der Roman durch sprachliche Qualität, ausgewogene, glaubhafte Figuren (gemessen am Alter des Originals), Tempo und viel Atmosphäre.

Diese Ausgabe eines eher unbekannten Werk Jules Vernes ist sorgfältig überarbeitet worden und reich illustriert und damit ein echtes Schmuckstück im Regal.
Absolut empfehlenswert – nicht nur für Fans von Jules Verne!

Bibliographische Angaben

TitelDie Jangada – 800 Meilen auf dem Amazonas
AutorJules Verne
OriginalspracheFranzösisch
Titel im OriginalLa Jangada – Huit cents lieues sur l’Amazone
Erstveröffentlichung1881
Publikationsdatum dieser Ausgabe2018
VerlagAB – Die Andere Bibliothek
BindungHardcover, Leinen
Seitenzahl429
ISBN978-3-8477-0406-5
GenresClassics; Adventure

 

Besprechung

Die Jangada wurde ursprünglich in 2 Teilen veröffentlicht. Diese Trennung wurde in dieser Ausgabe beibehalten.

Buch Eins dient hauptsächlich der Exposition und endet gewissermaßen mit dem Höhepunkt der Handlung.
Die Geschichte beginnt damit, dass wir den Schurken Torres kennenlernen. Nein das ist kein Spoiler, denn der Allwissende Erzähler, der uns durch die gesamte Geschichte begleitet, macht dies unmissverständlich klar.
Kurz darauf lernen wir die weiteren Hauptfiguren kennen und erfahren etwas zur Hintergrundgeschichte von Joam Garral, dessen Familie sich später an Bord der Jangada, eines gigantisches Floßes, auf die Reise den Amazonas hinab machen wird.
So viel kann ich gefahrlos vorwegnehmen: Joam und Torres verbindet ein Geheimnis aus der Vergangenheit.
Buch Eins beinhaltet darüber hinaus den Bau der Jangada, die allein aufgrund ihrer Ausmaße und Ausstattung das einzige Fantasy-Element darstellt, sowie den Beginn der Reise den Amazonas stromabwärts mit ihren Etappen.
Zum Ende von Buch Eins wird Joam Garral von seiner Vergangenheit eingeholt und die Reise wird gezwungenermaßen unterbrochen.

Buch Zwei beschäftigt sich vor allem mit der Rettung von Joam Garral und der Lösung eines Rätsels.
Obwohl der Handlungsverlauf hier recht voraussehbar gerät und eigentlich immer klar ist, dass die Reise ein glückliches Ende finden wird, liest sich Buch Zwei dennoch sehr unterhaltsam und flüssig. Langeweile braucht man nicht zu fürchten!

Obwohl Jules Verne den Amazonas nie selbst bereist hat ist ihm eine überzeugende Darstellung der Natur und Kultur dieser Region gelungen, die ein faszinierendes Setting für seine Geschichte bilden. Die Handlung selbst ist zwar in ihrer Struktur recht simpel, wird aber durch die Kommentare des Erzählers zu den Figuren und zur Gesellschaft bereichert.

Mein persönliches Highlight war die Beschreibung des Rätsellösungsprozesses (ist das überhaupt ein Wort?), welcher sehr an Werke von Edar Allan Poe erinnert, auf den auch verwiesen wird.

Fragen zur Diskussion

  • Ließe sich die Handlung in unsere heutige Zeit transportieren?
  • Wie verliefe eine Reise auf dem Amazonas heutzutage?
  • Wäre es auch heute noch vertretbar, wenn ein solcher Roman von einem Europäer verfasst würde, der das Land selbst nie besucht hat?

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