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Lesetipp: The Electric State (Simon Stalenhag)

Lesetipp; Buchtipp; The Electric State

Ein Graphic Novel der eindrucksvoll beweist, warum „Bilderbücher“ nicht nur für Kinder- und Jugendliteratur geeignet sind. Wer das Format (Genre?) noch nicht kennt und auf der Suche nach einem erwachsenem und anspruchsvollem Titel ist wird hier belohnt. Und diejenigen, die sich schon auskennen, werden voll auf ihre Kosten kommen.

Episodenhaft wird hier ein Roadtrip durch eine dystopisch verzerrte Vision der USA im Jahr 1997 erzählt. Wie in jeder „guten“ Dystopie begleitet den Leser bis zu letzt ein beklemmendes Gefühl und die Frage ob es einmal so weit kommen könnte oder wird.

Zugegebenermaßen ist mir dieses Buch nur deshalb aufgefallen, weil es in der Buchhandlung gut präsentiert. Der Autor und Ilustrator Simon Stålenhag war mir völlig unbekannt. Sein Illustrationsstil und der Klappentext haben mich aber direkt angesprochen. Und es hat sich gelohnt!

Die weiteren bisher erschienenen Werke Stålenhags werde ich mir in naher Zukunft auch noch zulegen!

Bibliographische Angaben

Titel The Electric State
Autor Simon Stålenhag
Originalsprache English
Erstveröffentlichung 2017
Publikationsdatum dieser Ausgabe n/A
Verlag Simon & Schuster UK
Bindung Hardcover, Pappe
Seitenzahl 141
ISBN 978-1-4711-7608-1
Genres Graphic Novel; Fantasy; Dystopie

Besprechung

The Electric State erzählt vom Roadtrip einer jungen Frau, Michelle, in Begleitung eines kleinen gelben Roboterjungen namens Skip im Auto von der Mojave Wüste aus entlang der Highways und Interstates bis zur Pazifikküste in Point Linden.

Michelle erzählt aus der Ich-Perspektive und springt dabei immer wieder zwischen den aktuellen Ereignissen und ihren Erinnerungen und früheren Erlebnissen hin und her, sodass der Leser nach und nach ein relativ vollständiges Bild ihres Lebens und ihrer Realität erhält, welches sich nach und nach wie Mosaik zusammensetzt.
Die neutrale, sachliche Sprache die dabei verwendet wird, vermittelt den Eindruck emotionaler Abgestumpftheit im Angesicht der grauenhaften Zustände die ihre Lebensrealität ausmachen und konfrontiert den Leser gleichzeitig unverblümt mit allen Fakten und grauenhaften Details.

Erzählt wird die Reise in 5 Episoden:

Episode 1 - Mojave Wüste, Pacifica, USA

Der Leser lernt Michelle kennen, als sie ein verlassenes Auto an sich bringt, in dem sie und Skip von da an ihre Reise fortsetzen. Der Sinn der Reise, sowie ihr Ausgangsort bleiben unerklärt.
Auf dem Weg durch die Wüste (begleitet von vergleichsweise farbenfrohen Illustrationen) lernt der Leser Michelle näher kennen und erfährt einiges über ihre Kindheit, sowie über die gesellschaftlichen Zustände und die Vergangenheit dieser Version des Jahres 1997.
Michelle und Skip begegnen in dieser Episode kaum anderen Figuren.

Episode 2 - The Mountains

Die Illustrationen werden hier bereits merklich düsterer. Michelle und Skip haben mehr Begegnungen mit der „Zivilisation“.

Episode 3 - The Central Valley

Kurz vor dem Ziel der Reise wird die Stimmung bedrohlich, was sich sowohl in den Illustrationen, als auch in der schwindenden Textlänge widerspiegelt.

Episode 4 - The Coast

Michelle und Skip erreichen ihr Ziel. Der Leser erfährt mehr zu den Hintergründen der Beiden. Auch hier tragen die Illustrationen stellenweise die gesamte Handlung.

Episode 5 - The Sea

Eine Ende das gänzlich ohne Worte auskommt, in dem keine Fragen beantwortet werden und dessen Bedeutung der Interpretation des Lesers überlassen wird.

Fragen zur Diskussion

  • Happy End oder nicht?
  • Warum das Jahr 1997?

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